Testbericht

Als die Erde wieder eine Scheibe wurde – Testbericht Isotek CD Enhancer

Ein Erfahrungsbericht über eine per Demagnetisierung arbeitende Klangoptimierungs-CD von IsoTek. Und wie einem skeptischen HiFi-Fan wieder mal die Augen oder besser gesagt die Ohren geöffnet wurden.

Die Menschheitsgeschichte ist schon lange von Musik geprägt. Gesang und Laute gehören als zu unserer Kultur. Nicht ganz so lange – aber lange genug – glaubten Menschen, dass unsere Welt einer Scheibe gleicht, nach deren Rand das Unendliche wartet. Das Weltbild änderte sich dann doch. Die Unendlichkeit wartet aber immer noch da draußen. Und Musik ist immer noch ein Mysterium. Dieser Testbericht beschreibt wie mich eine unscheinbare CD dazu brachte, dass sich zumindest mein Klanguniversum wieder auf diesen Scheiben-Glauben reduzierte. Also gut, lassen wir mal den philosophischen Ausflug hinter uns. IsoTek‘s High Resolution Full System Enhancer CD (2nd Edition) ist diese erwähnte Scheibe. Und von den Ergebnissen dieser für meine HiFi-Anlage will ich berichten.

 

Was für Technik-Spinner, Hobby-Physiker und Musikenthusiasten? Oder doch nur für Mondsüchtige?

Wir HiFi-Fans und Audiophilen sind ja ständig auf der Suche nach dem perfekten Klang. Neben der spannenden Tätigkeit die passende Hardware zu finden, gibt es eine Vielzahl an Klangverbesserungsmöglichkeiten. Beginnend bei diversen Kabelverbindungen über elektronische Helferlein bis hin zu esoterisch anmutenden Ideen und Konzepten. Da könnten viele stundenlange Diskussionen führen, was davon überhaupt physikalisch – oder weiter gefasst wissenschaftlich – erklärbar ist und was davon eigentlich was bringt. Ich zähle mich zur Gruppe der skeptischen Gläubigen. Soll heißen: Ich habe einen praktischen Zugang. Ausprobieren kann man vieles, am Ende zählt einfach der Eindruck des Gehörs. Klingt es für mich besser, dann interessiert mich zwar der Hintergrund der Funktions- und Wirkungsweise, aber ich muss es nicht verstehen. Lange habe ich mich auch mit dem Status quo meiner Anlage zufriedengegeben. Aber he! Der Entdeckergeist muss auch mal Futter bekommen.

Angezogen vom Entmagnetisieren

Die Full System Enhancer CD verspricht eine Demagnetisierung von HiFi-Geräten und eine Regeneration des gesamten Systems. Dieses Versprechen löste in mir ein „Na ja das klingt wieder mal nach Klang-Voodo und wie sollen Töne magnetische Einflüsse bewirken“ aus. Aber Neugierde und eine herzliche Empfehlung meines HiFi-Händlers des Vertrauens ließen mich mit einer Mischung aus „bringt’s nix, macht’s nix“ und „dem Automotor gönne ich ja auch einen Reinigungszusatz“-Einstellung die CD in meinen Player einlegen.

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Mit Piepstönen steigt die Erwartungshaltung potentiell an

Einspielen war in meiner Kette kein Thema mehr. Die meisten Komponenten sind schon einige Jahre meine treuen Begleiter. Mein Rega Planet CD-Player hat schon 23 Jahre mit mir verbracht und ich mit ihm tausende Hör-Sessions. Die Vienna Acoustics Lautsprecher brauchten auch keine Einspielzeit, die wurden schon mit abertausenden Tracks aus unterschiedlichsten Musikrichtungen in Schwingung gebracht. Mein Magnat RV 4 Hybridverstärker ist das jüngste Mitglied in meiner Kette, aber außer dem Vorglühen der Röhre beim Einschalten braucht es aufgrund ausgiebiger Musikabende keine burn in Phase. Meine Schilderungen der Erfahrung beziehen sich daher auf die „Frischzellen-Kur“-Funktion des Track 1 und 2. Bei diesen werden schnell aufeinanderfolgende Töne mit hohen Pegeln kombiniert. Alle Testsignale wurden nach streng mathematischen Kriterien erstellt. So viel zur Theorie, die in diesem Fall nicht mal grau scheint. Praktisch muss man sich die Tonsignale während der 30-minütigen Abspielung auch nicht anhören, für den Testbericht habe ich es dennoch mal getan. Klingt stellenweise so als würden Mäuse Steptanz-Übungen auf der Lautsprechermembran machen während man das Ohr an eine kohlensäure-haltige Limonaden-Plastikflasche hält. IsoTek empfiehlt auch nicht am Pegel zu drehen, höhere Lautstärke bringt nicht mehr
oder besseres Ergebnis sondern gefährden sogar die Lautsprecher-Membrane.

 

Ladies and gentlemen this is the moment we are all waiting for

Ich muss zugeben, dass ich dann doch vor Vorfreude kribbelig wurde. Und wurde ich enttäuscht? Nein! Jetzt könnte wer an dieser Stelle anbringen: Na ja ein vorher/nachher Vergleich ist schwer. Nein ist es nicht. Es gibt drei Tracks, die ich immer zum Vergleichen aus dem Rack ziehe. Eine davon ist der Song „Glem ikkje“ der norwegischen Künstlerin Kari Bremnes aus dem Album „Det Vi Har“. Da kann man vieles vergleichen: Rhythmus, hintergründige Klanggeschehnisse, die feine Stimme, Bühne und Raumeindruck um einige zu nennen. Und dieser Song war auch der erste, der nach der Fitness-Kur in den Player kam. Den kenne ich in- und auswendig. Was soll ich sagen: Hearing is
believing. Ja das war wirklich besser! Und ja, ich glaube meine Musikwelt ist (wieder) eine Scheibe.

 

Pack den Tiger in den Klang-Tank

Wie wirkt es nun, wenn ich es beschreiben sollte. Mehr Klarheit der Stimme, mehr Abgrenzung zwischen den Frequenzbereichen bei gleichzeitiger musikalischer Geschlossenheit. Staunend saß ich im Stereodreieck und freute mich an diesem Klangzugewinn. Beim eingangs erwähnten Motorzusatz fürs Auto brachte es eine messbare Reduktion des Treibstoffs von zehn Prozent. Ich möchte jetzt kein quantifizierendes Urteil zur klanglichen Steigerung dieser CD abgeben, aber ich rede hier nicht von einer eingebildeten oder herbei
gesehnten Optimierung. Das Geld für die CD übersteigt auf jeden Fall bei weitem den positiven Schritt im Klangbild. Der berühmte Vorhang, der sich aus dem Klangbild schiebt, wenn man den richtigen Schritt der Klangoptimierung setzt, trifft es auch hier. Die weiteren Test-Songs bestätigten den ersten Höreindruck. „Way down deep“ von Jennifer Warnes lässt mich hören, dass auch im Bassbereich mehr Ruhe ins Klangbild kommt. Ich bin eher ein Lauthörer und merke am Runterregeln des Pegels, dass sich da auch hier zu vorher ein merklicher Unterschied herauskristallisiert. Beim dritten Test-Track von Roger Waters namens „Amused to death“ geht es zuerst ruhiger zu, um
dann gespannt auf meine geliebten Song-Teile mit E-Gitarre zu warten. Auch hier werde ich nicht enttäuscht. Mehr Atmosphäre, mehr Höhen, mehr Räumlichkeit.
Ich kann technisch nicht nachvollziehen, was zu dieser hörbaren Steigerung beigetragen hat. Wenn ich raten müsste, ist es doch der alte Rega CD-Player dem diese Erneuerungskur am meisten gut getan hat.

Meine Klangwelt ist eine Scheibe

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich zwar auch einen Pro-ject Plattenspieler mein Eigen nenne, aber dieser bekommt nur meine ganz alten Platten als Futter oder ab und zu neuere Alben wie Leonhard Cohens „Thanks for the dance“, wo das Knistern fast dazu gehört. Aber der geringere Dynamikumfang der Vinyl-Platte lässt bei mir nicht hundertprozentige Hörfreude aufkommen. Dem High Res Streaming spreche ich ebenso eine Faszination aus, der ich mich aber aufgrund meiner Abneigung gegen Netzwerkprobleme und Firmware Upgrades (noch) entsage. Ich liebe also meine CD Sammlung. Die IsoTek CD enthält auch speziell einen Track zum Einbrennen von Phono Stage Geräten. Dafür braucht es aber die zusätzliche Blue Horizon RIAA Burn-In Box. Und ein weiterer Track enthält Signale speziell für 24 bit Musik Server. Ich bin mit den ersten beiden Tracks, der zweite ist übrigens als die wöchentliche Auffrischung in einer 5 Minuten Einheit gedacht, sehr audiophil glücklich gemacht worden. Besitzer der anderen Abspielsysteme finden noch mehr Mehrwert im Investment des IsoTek-Angebots. Für Käufer von Neugeräten sollte sich die Einspielzeit mit dieser CD auf jeden Fall auch merklich verkürzen lassen. Also wer so weit gelesen hat, dem kann ich nur mehr die Aufforderung mitgeben ebenfalls die Piepston-Mäuse mal über das eingestaubte (=falsch magnetisierte) HiFi-Equipment tanzen zu lassen.

 

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