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SVS SoundPath Isolationsfüße: Mit allen vier Beinen im HiFi-Leben stehen
Es schadet ja nicht, wenn man mit beiden Beinen mitten im Leben steht und sehr geerdet ist. Und was für uns als Musik-begeisterte Hörer gilt, darf auch als Weisheit für Subwoofer gelten. So als Audiophiler (und auch als Texter) beschäftigt man sich vordergründig lieber mit Komponenten wie Lautsprecher und Verstärker, Plattenspieler oder Streamer. Doch den wahren Frieden und audiophile Glückseligkeit erfährt man oft erst, wenn man sich mit Details und der Peripherie des Themas beschäftigt. Und dazu gehört mit Sicherheit das Thema akustische Dämpfung sowie akustische An- und Entkoppelung der jeweiligen Komponenten einer Kette. Und insbesondere, wenn es sich um Subwoofer handelt. Die folgenden Zeilen enthalten eine Schilderung der Erfahrungen mit den vier Dämpfer-Füßen von SVS namens SoundPath Isolation. Dass Subwoofer nicht nur im Heimkino- oder Mehrkanalbetrieb eine Rolle spielen können, merkt man spätestens, wenn man erstens mal sub-sonische Signale eines derartig gut aufgenommenen Musikstücks gehört oder besser gespürt hat, und zweitens erfährt wie viel vom Raumeindruck einer Aufnahme über den tieffrequenten Bereich transportiert wird. Kurz gesagt: Alle Film- und Mehrkanalton-Begeisterten und alle Stereo-Hörer, die sich auf die Suche nach dem perfekten Tiefton-Bereich begeben, können bestätigen, dass damit meist ein Leidensweg beginnt. Es ist wie die Suche nach dem Heiligen Gral. Spielverderber ist dabei nämlich der Raum oder besser gesagt die Raumakustik und das Resonanzverhalten des Raums, in dem man seiner Passion nachgeht. Und bei der Verwendung eines Subwoofers (oder sogar mehrerer Subwoofer) spielt unweigerlich der Boden eine tragende Rolle im wahrsten Sinn des Worts. Übertragend trifft es wohl noch besser. Denn wie der Subwoofer am Untergrund platziert wird und worauf dieser materialmäßig steht, hat einen Einfluss auf das Ergebnis. Also wer nicht gerade den Luxus genießt, die Subwoofer als SBA (Single Bass Array) oder DBA (Double Bass Array) in der Wand verbaut zu haben, gehört zum Großteil der Subwoofer. Nutzer, bei denen der Tiefton-Schallwandler auf Fließen, Parkett-, Vinyl- oder ähnlich beschaffenen Fußböden steht.

Die Sache mit den Vibrationen
Und wer nicht völlig einsam und isoliert wohnt und hört, hat stets Mithörer. Das sind die Mitbewohner und manches Mal auch die Nachbarn, die sich über die Bass-Wiedergabe eines Films oder Musikstücks nur sehr bedingt mitfreuen. Man muss sich mal nur die Auslenkungen der Bass-Membran ansehen und vorstellen wie viel Energie da in den Raum strahlt und an den Boden (und auch Wände) als Übertrager abgegeben wird. Diese Schwingungen und Vibrationen gehen unweigerlich in Nebenräume. Und nicht nur dort werden sie ein Problem, natürlich auch in dem Raum selbst, wo man hört. So auch bei mir. Ich habe meinen Traum verwirklicht und vereine in einem dezidierten Hobbyraum Heimkino/Mehrkanalton und Stereo. Ich habe zwei getrennte Audio-Ketten, die sich aber den Subwoofer teilen. Klar beschäftigt man sich immer mit Mess- und Leistungsdaten und will immer höher hinaus – in diesem Fall immer tiefer in den Frequenzkeller und lechzt förmlich nach einem immer dynamischeren Signal. Es bleibt aber nicht aus, dass man sich mit dem Thema Aufstellung des Subwoofers und eben dessen Entkoppelung oder Dämpfung beschäftigen müsste. Vor allem dann, wenn der Höreindruck vermittelt, dass die tiefen Töne nicht so knackig, so präzise und vom Timing auf den Punkt herüberkommen, wie man das wo anders schon mal gehört hat und sich das wünscht. Viele können ein Lied davon singen: Mehr Bass bedeutet dann ein schwammiges Klangbild, bei dem andere Frequenzen überlagert werden und Details zugedeckt sind sowie der Raum unkontrolliert angeregt wird. So gerne man sich als Audiophiler mit der Musik „zudröhnt“, aber diesen dröhnenden Bass mag man dann doch nicht. Klar denkt man über Absorber, DSPs und andere akustische Heil- und Hilfsmittel nach. Doch es macht Sinn zu Beginn an die Stelle zu denken, wo das Problem seinen Anfang nimmt: Und das ist eben die Anbindung des Subwoofers an den Boden. Dabei bin ich auf die SVS SoundPath Isolation Füße gestoßen.
Gib Gummi, mal anders rum
Der Hersteller-Text informiert, dass die SoundPath-Füße aus Naturkautschuk bestehen und in ausführlichen Messungen und Analysen optimiert wurden. Da war ich mal gespannt, ob dieses aus kosten-technischer Sicht – im Vergleich zum Rest der Kette – günstige Zubehör mich dem Heiligen Gral näherbringt oder ob ich als „HiFi-Ritter“ noch weiterreiten muss, um dem Ziel näher zu kommen. Noch ein kurzer Ausflug in die physikalische Theorie: Sowohl die Energie, die der Korpus des Subwoofers abstrahlt, sowie diejenige die über den Boden übertragen wird, sollten durch Dämpfung vernichtet und in Wärme umgewandelt werden. Dann schauen wir mal, wie die Praxis aussieht. Die Montage ist ein Kinderspiel, je nach Gewicht des Subwoofers bedarf es nur Muskelschmalz beim Umdrehen des Subwoofers, aber wenig Gehirnschmalz beim Anbringen der Gummi-Füße. Diese können auch bei Subwoofern anderer Marken angebracht werden. Im Lieferumfang sind fünf Schraubensätze in mit drei gängigen Gewindegrößen in verschiedenen Längen für die Befestigung enthalten. Man ist nicht auf die Subwoofer-Produkte-Palette von SVS angewiesen. Das finde ich schon mal sehr sympathisch. Jeder kennt seine Musiksammlung selbst am besten, ich habe mich daher zum Start für „Tilted“ von Christine and the Queens als Test-Vergleich-Titel entschieden. Und für die Optimierung habe ich mir auch eine Granit-Stein-Platte besorgt, die zusätzliche Beruhigung bringen soll. Doch zu Beginn des Tests stand nun mein SVS SB-3000 mit den SoundPath-Füßen direkt auf den Stein-Fließen Diese sind durch die darunter liegende Fußboden-Heizung im Estrich an manchen Stellen nicht ganz flächig (und somit nicht vibrationsfrei) verklebt, was man bei einem Klopftest auch hört. Es folgten aber auch Tests
im Wohnzimmer, wo es sich um Parkett handelt. Aber dazu später mehr.
Hör mal nicht mehr, wer da hämmert
Was mir gleich auffiel: Ich konnte den Level-Regler am Subwoofer nun nach Anbringung der SoundPath-Füße ein Stück zurückdrehen. Im Umkehr-Schluss heißt das, ich vernehme den Bass leiser gehört bereits prägnanter. Oder man kann lauter drehen, ohne in den Bereich zu kommen, wo es dröhnt oder unangenehm klingt. Und gleich nach den ersten Sekunden des Songs gingen meine Mundwinkel nach oben. Es folgten zwar tagelange Vergleiche und Tests, aber der erste Eindruck (welcher ja bekanntlich bleibend ist) bestätigte sich nach zahlreichen Songs. Egal ob Kontrabass, Orgel, Drum-Computer, Bass-Gitarre, Schlagzeug, Trommel oder was auch immer den Tiefton erzeugte: Es hatte sich etwas zum Positiven verändert. Egal, ob schneller Kick-Bass des Schlagzeugs, gezupfter Kontra-Bass mit längerem Ausschwingen der Saiten und somit tief-frequenten Tönen oder bass-lastigem Sound-Teppich wie bei Film-Soundtracks. Das Signal kam sauberer im Sinne von präziser zum Ohr, der unterste aber auch der mittlere Tiefton-Bereich überlagerte nicht mehr Stimmen und andere Instrumente wie es zuvor vorkam, sondern fügte sich harmonischer ins Klangeschehen. Sollte der Bass knackig sein, war er nun knackiger, pointierter, dynamischer und schneller. Sollte der Bass länger nachschwingen, so war das nun der Fall. Sollte der Bass als Tiefton-Teppich grummeln, so tat er das nun alles mit mehr Akkuratesse. Die Nutzung der Gummi-Füße löst dabei natürlich nicht grundlegende Probleme der Raumakustik. Aber wo sich vorher eine stehende Welle gebildet hat, kam diese weniger zum Vorschein. Wenn ohne Füße am Subwoofer das Glasboard an der Seiten-Wand mitvibrierte, so fiel mir dieses nach Anbringung der Isolationsgummis nicht mehr negativ auf. Drängte sich der Bass vorher zu sehr auf, so war er nun besser integriert. War der Bass vorher zu dünn, so fügte er sich nun besser wahrnehmbar zum Klanggeschehen ein. Ich machte auch den WAF-Test (woman acceptance factor) und meine Frau meinte, dass sie sich nun weniger von den Geräuschen aus dem Musikzimmer gestört fühlte und es zwar noch immer zu laut wäre, aber nicht mehr so dröhnte. Ein besseres Test-Ergebnis kann man sich eigentlich gar nicht wünschen, oder? Die SoundPath-Füße ändern auch an den Leistungsdaten des Subwoofers nichts oder an Bauart- oder Elektronik-bedingten Unterschieden. Aber man will sie einfach nicht mehr missen, wenn man gezielt nur den Bass-Bereich beim Hören analysiert und den Unterscheid nun kennt. Die zusätzliche Granit-Platte unter den Füßen, und somit die Nutzung der Masse des Steins zur Beruhigung, hat dann eine weitere hör- und wahrnehmbare Verbesserung gebracht. Ich hatte die Möglichkeit, auch unterschiedliche Subwoofer mit den SoundPath-Füßen zu testen. Diese waren alle nach dem Prinzip front-fire oder side-fire
gebaut, die Bass-Membran strahlte also frontal oder seitlich ab. Ob die Gummi-Füße einen ebensolchen Unterschied bei down-fire (nach unten strahlend) bewirken können, kann ich nicht sagen. Ich vermute aber, dass sie zumindest bei Kombinationen, wie es zum Beispiel bei der Marke REL vorkommt, von down- und front-fire ebenso zu einer Optimierung beitragen können. Bei reinen down-fire wäre es auch einen Versuch wert, man sollte aber berücksichtigen, dass der Abstand zwischen Boden und Chassis berechnet
wurde und die Isolationsfüße hier einen anderen Wert ergeben könnten.
Kick it like Beckham
Ich stellte den Subwoofer (in dem Fall war es der SVS SB-3000 micro) auf das hölzerne Media-Low-Board im Wohnzimmer, was man ja tunlichst vermeiden sollte. Aber ich wollte einfach wissen, wie gut das Absorbieren der Vibrationen nach unten gelingt. Zudem kann man so simulieren, ob eine Optimierung auch bei Soundbars und entsprechenden Subwoofern unter dem Wohnzimmer-TV gelingen könnte. Ein Szenario, das wohl häufig in Wohnzimmer zu finden ist. Und das war schon sehr erstaunlich, wie viel Beruhigung da erzielt werden kann. Es ist schon bemerkenswert, was diese „Elastomerkissen“ im Sinne von Vibrationsreduktion leisten können. Wieder am Parkettboden platziert, ist die Verbesserung weiterhin wahrnehmbar, da dieser ebenso konstruktiv bedingt zum Mitschwingen neigt. Hier stellen die Dämpfer-Füße eine sinnvolle Investition dar, auch wenn die Relation zu den Geräten anders ist als bei einem/meinem hochwertigem HiFi- oder Heimkino-Setup. Sollte es beim Lesen der Zeilen noch nicht sonnenklar transportiert worden sein: Wer die SVS SoundPath Isolation Füße nicht probiert, ist selbst schuld.
Musik versus Filmton
Klar habe ich den Subwoofer mit den SoundPath Isolation auch im Mehrkanal/Heimkino-Betrieb seine Fähigkeiten unter Beweis stellen lassen. Auch hier passte er sich besser in das Klanggeschehen der Tonspur ein. Beim Filmton geht es meist weniger um die Nuancen, aber niemand hat und hört es gerne, wenn die Bass-Anteile Dialoge zudecken oder andere Details im räumlichen Klang darunter leiden. Impulsfreudigkeit, mehr Dynamik und ich nenne es mal „Punch“ im Bass spielen eine wichtige Rolle im Film-Ton. Ich bin wahrscheinlich nicht allein, wenn ich zugebe, dass ich bei Action-Filmen gerne mal den Volume-Regler nach oben drehe. Doch noch mehr als bei Musik, spielt eine perfekte Ausgabe des LFE-Kanals eine wesentliche Rolle, ob es tatsächlich, wie im Kino klingt und rüberkommt. Und auch hier fühle ich mich mehr als bestätigt, dass die SVS SoundPath Isolation Füße nicht nur ein nettes Gimmick sind, bei dem man sich auf dem HiFi-Voodoo-Pfad (siehe Suche nachdem Heiligen Gral) befindet, sondern ein unerlässlicher Baustein in einem umfänglichen Optimierungskonzept. Denn ich kann jetzt lauter drehen und vernehme den Bass mit mehr Kontur, mehr Dynamik und nehme ihn auch tiefer wahr. Der Raum und alle darin befindlichen Gegenstände werden weniger angeregt, es gibt weniger Vibrationen und die Tür zum Hobbyraum, wo sich die Raum-Resonanz mächtig aufbaut, schwingt weniger als zuvor ohne die zusätzliche Dämpfung. Ideenreichtum wird belohnt. Im Austausch mit anderen Audiophilen hat sich herausgestellt, dass es findige Leute gibt, die die SVS SoundPath Isolation auch mal zweckentfremden und die positiven Dämpfungseigenschaften, für die selbst konstruierten Ständer des Lautsprechers nutzen. Diese Idee möchte ich unbedingt als Anregung mitgeben, denn was für Subwoofer gut ist, kann natürlich auch in anderen Einsatzgebieten und Anwendungsfällen optimierende Ergebnisse liefern. Ich bin selbst nun am Überlegen die SVS-Füße unter HiFi-Geräten wie Verstärker, Streamer oder CD-Player auszuprobieren.
Fazit
Bleiben wir beim Film und ich verwende den Titel einer Western-Komödie aus den 1970ern (die Jüngeren unter den Lesern mögen bitte recherchieren) namens „Vier Fäuste für ein Halleluja, in dem Bud Spencer und Terence Hill kräftig austeilen. Ich würde mein Test-Fazit so formulieren: „Vier Füße für ein Halleluja“. Da kann der „Bud Spencer-Bass“ noch so zuschlagen, die Dämpfer von SVS stecken das weg. Ich würde am liebsten ja sagen: Leute kauft euch die nicht (damit ich allein in den Genuss komme), aber das wäre nicht nur aus audiophiler Sicht egoistisch.

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Ihr Gerd Wallner,
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